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06.06.2024

Natürliche Giftstoffe in Lebensmitteln

Risiken werden oft unterschätzt

Pflanzenschutzmittel-Rückstände, Mikroplastik oder Schwermetalle in Lebensmitteln beunruhigen viele Verbraucher. Das gesundheitliche Risiko von natürlich vorkommenden pflanzlichen Giftstoffen wird dagegen häufig unterschätzt. Das fand das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in einer deutschlandweiten Befragung von rund 1000 Personen heraus.

Pflanzen produzieren eine breite Palette an Stoffen, um sich vor Frassfeinden und Krankheiten zu schützen. Einige dieser Stoffe können auch für den Menschen schädlich sein.

Die BfR-Umfrage zeigt: Nur 27 Prozent der Befragten sind über natürliche Giftstoffe im Essen beunruhigt. Zu den natürlichen Giftstoffen zählt zum Beispiel das leicht giftige Solanin in Nachtschattengewächsen wie Kartoffel und Tomate. Nach den Umfrageergebnissen entfernen nur 27 Prozent der Befragten bei Kartoffeln die solaninhaltige Schale und nur 26 Prozent grüne Stellen oder Keimansätze («Augen»).

Auch Lektine gehören zu den natürlichen Giftstoffen. Sie befinden sich in Hülsenfrüchten und werden durch ausreichend hohe Temperaturen zerstört. Trotzdem essen nur 21 Prozent der Befragten Hülsenfrüchte wie Bohnen ausreichend gegart.

Auch beim verwandten Thema Schimmelbefall von Lebensmitteln besteht laut der Befragung Aufklärungsbedarf. Schimmelpilzgifte können bereits in geringen Mengen gesundheitsschädlich wirken. Da sich das Pilzgeflecht auch unsichtbar verbreiten kann, sollte beispielsweise Marmelade mit Schimmelbefall vollständig entsorgt werden – dies befolgen 72 Prozent der Befragten.

Heike Kreutz / bzfe


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