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23.03.2026

Wir müssen «seniorengerecht» werden!

Die alternde Gesellschaft verändert Tourismus und Gastgewerbe

Der demographische Wandel ist eine Tatsache. Gastgewerbliche und touristische Angebote müssen sich den Bedürfnissen einer alternden Gesellschaft anpassen.

Die «Vergreisung» in Europa wird nicht spurlos an der Hotellerie und Gastronomie vorbeigehen. Die Nachfrage verschiebt sich in Richtung der Über-60-Jährigen, die im Durchschnitt über eine höhere Kaufkraft verfügen als die nachfolgenden Generationen. Allerdings sind nicht alle Senioren ausreichend gesund und wohlhabend, um regelmässig zu verreisen und auswärts zu essen.

Die Rentner von heute sind im Durchschnitt rüstiger und unternehmenslustiger als in früheren Zeiten. Sie sind aber auch anspruchsvoller und vielfältiger. Beim Reisen rücken Themen wie die Sicherheit, die Gesundheit, die Sinnsuche, die Barrierefreiheit und der Komfort in den Fokus. Ältere Leute suchen in ihrer Freizeit und auf Reisen vermehrt nach sozialen Kontakten. Es braucht spezialisierte Angebote.

Aktuell scheiden viele «Babyboomer» aus dem Erwerbsleben aus, und schon im Laufe der 2030er Jahre werden viele von ihnen hochbetagt sein. Der Pflegebedarf wird steigen, während der Reiseradius schrumpfen wird. Das bietet Chancen für ländliche Gebiete, die sich mit Präventions-, Gesundheits- und Rehabilitationsangeboten profilieren können. Um die Chancen zu nutzen, brauchen sie allerdings die richtige Infrastruktur und genügend Fachkräfte.

«Best Ager» werden zur wichtigsten Zielgruppe

Um 2040 wird ein gutes Viertel der Bevölkerung pensioniert sein. Die «Best Ager» zwischen 60 und 75 sind dann vielerorts die wichtigste Zielgruppe. Die Alterung der Gesellschaft wird den Tourismus und das Gastgewerbe neu definieren – vom Arbeitsmarkt über die Infrastruktur bis zur Mobilität und zur Nachfrage. Digitale Assistenzsysteme werden dabei helfen, dass Reisen auch im hohen Alter möglich bleibt.

Natürlich werden auch jüngere Menschen weiterhin Leistungen nachfragen, doch viele von ihnen werden unter Druck stehen, da die Krankenkassenprämien weiter steigen und die Pflege der Eltern Kosten verursacht. Für junge Leute ist es schon heute finanziell herausfordernd, eine Familie zu gründen, Kinder zu haben und sich den Traum von den eigenen vier Wänden zu erfüllen.

Hotels, Restaurants und die Destinationen als Ganzes müssen hohe Ansprüche erfüllen. Um Familien, Senioren und Hochbetagte gleichermassen bedienen zu können, braucht es Flexibilität. Wege müssen barrierearm sein. Die Beschilderung, die Raumakustik und die Beleuchtung gewinnen an Bedeutung.

Maurus Ebneter
Präsident Wirteverband Basel-Stadt


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