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27.03.2026
Tourismus in Polen wächst schnell
Krakau und Warschau sind beliebte Städtereiseziele
Polen verzeichnete 2025 das zweitstärkste Tourismus-Wachstum innerhalb der Europäischen Union. Der Reiseverkehr gibt der Wirtschaft im osteuropäischen Land wichtige Impulse. Warschau und Krakau haben sich zu bedeutenden Städtedestinationen entwickelt.
Laut Eurostat ist in Polen die Zahl der Übernachtungen in touristischen Unterkünften im Vergleich zum Vorjahr um 7 Prozent gestiegen. Damit liegt das Land hinter Malta (+9.9%) und vor Lettland (+6.2%), Litauen und Luxemburg (+6.1%) an zweiter Stelle in der EU.
In absoluten Zahlen liegt Polen noch hinter anderen Reisezielen zurück. 2025 wurden insgesamt 104 Millionen Nächtigungen verzeichnet, weit weniger als in Spanien (513 Millionen), Italien (476 Millionen) und Frankreich (471 Millionen). Polen liegt auch hinter den kleineren Ländern Griechenland (156 Millionen), den Niederlanden (148 Millionen) und Österreich (134 Millionen).
Zudem hat Polen einen der niedrigsten Anteile an internationalen Besuchern: Nur 19.2% der Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben entfallen auf ausländische Gäste. Lediglich Deutschland (18.9%) und Rumänien (17.6%) haben niedrigere Werte.
Der Tourismussektor in Polen sichert an die 900'000 Arbeitsplätze. Er wird dieses Jahr rund 165 Milliarden Zloty (rund 36 Milliarden Franken) zum BIP beitragen, was einem Anteil von 4.4% entspricht (EU-weit liegt dieser Wert bei 10.5%).
Prognosen des World Travel & Tourism Council rechnen damit, dass der Reiseverkehr in Polen bis 2035 rund 221 Milliarden Zloty resp. 4.8% zum BIP beiträgt. Bis dahin werden schätzungsweise 86'000 neue Stellen entstehen. Um das Potenzial des Sektors auszuschöpfen, sind allerdings weitere Investitionen in die Infrastruktur und das Marketing erforderlich.
Konkurrenz für Ostdeutschland
Beliebte Ferienregionen sind die Masurische Seenplatte, die Ostsee und das Tatra-Gebirge. Der Ausbau der Hotellerie in Polen sorgt für Nervosität in Ostdeutschland. Nur gerade zwei Fahrstunden von Berlin entfernt, wird die polnische Hotelkette Gołębiewski ein Fünfsternhaus mit 1200 Zimmern eröffnen.
In Warschau leben 1.9 Millionen Einwohner, in der Metropolregion sind es 3.3 Millionen. Damit ist Warschau die sechstgrösste Stadt in der EU. Pro Jahr werden 8 Millionen Logiernächte verzeichnet.
Die Hauptstadt überzeugt mit Museen und Kulturangeboten. Sie ist kosmopolitischer, moderner und geschäftiger als Lublin, Breslau und Danzig, die vor allem wegen ihrer Geschichte und den charmanten Altstädten Touristen anlocken.
Das meistbesuchte Reiseziel Polens ist Krakau. Dort werden pro Jahr 11 Millionen Übernachtungen gezählt, von denen ein Fünftel durch ausländische Gäste generiert wird. Krakau steht auf der Liste des Unesco-Welterbes, hat 800'000 Einwohner und ist die zweitgrösste Stadt des Landes.
In Krakau befindet sich das erste und einzige Zweisterne-Lokal, die «Bottiglieria 1881». Bei Streifzügen durch die pittoreske Altstadt oder das jüdische Viertel Kazimierz lassen sich viele Restaurants, Bars und Cafés entdecken. Zu den lokalen Spezialitäten gehören Pierogi, mit Hackfleisch, Speck, Pilzen oder Sauerkraut gefüllte Teigtaschen.
Wirtschaftswunderland
Polen hat die Schweiz von Platz 20 der weltgrössten Volkswirtschaften gestossen. Die Wirtschaft wächst mit einer Rate von über 3 Prozent pro Jahr rund dreimal stärker als der europäische Durchschnitt.
Die Innenstadt von Warschau ist herausgeputzt. Ein Hochhaus nach dem anderen wird in den Himmel gezogen. Neue Autobahnen sind im Bau, ein grosser Flughafen ist in Planung. Diese äusseren Anzeichen belegen die Stärke der polnischen Wirtschaft.
Das Land hat enorme Fortschritte gemacht. Die Verwaltung ist stark digitalisiert. In der Industrie und im Dienstleistungssektor entstanden neue Arbeitsplätze. Die guten Perspektiven und die steigende Lebensqualität führen dazu, dass viele Polen, die das Land verlassen hatten, in ihre Heimat zurückkehren.
Polen kommt auf ein Bruttoinlandsprodukt von rund 880 Milliarden Euro. Die US-Regierung hat das Land zum diesjährigen G-20-Gipfel in Miami eingeladen. Einzig die demographische Entwicklung könnte die Dynamik ausbremsen. 2012 lebten 38.5 Millionen Menschen in Polen, aktuell sind es noch gut 37 Millionen und 2050 könnten es laut Prognosen weniger als 33 Millionen sein.
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Der Tourismus in der südpolnischen Metropole Krakau boomt. pexels.com / Caio
Dossier: Tourismus
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