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07.05.2026

Basler «Wohnschutz» lässt Umsätze einbrechen

Baugewerbe baut Stellen ab

Die Basler Wohnschutzgesetzgebung führt zu einem massiven Markteinbruch. Unternehmen entlassen Mitarbeitende. Lehrstellen werden gestrichen. Betroffen ist das gesamte Basler Baugewerbe. Dies hat eine Umfrage unter den Mitgliedern des Gewerbeverbands Basel-Stadt ergeben, die im Werkstattgebäude der Grassi & Partner AG vorgestellt wurde.

Eine Umfrage des Gewerbeverbands Basel-Stadt bei seinen Mitgliedern zu den Auswirkungen der 2022 in Kraft getretenen Basler Wohnschutzgesetzgebung bringt alarmierende Ergebnisse zutage.

2021, vor der Wohnschutzgesetzgebung, meldeten zwei Drittel der Betriebe stabile bis sehr gute Umsätze. Und 2024, zwei Jahre nach der Einführung, konnte kein einziges der befragten Unternehmen noch ein Plus verzeichnen und bei fast jedem dritten Betrieb brach der Umsatz um mehr als 20 Prozent ein.

Die Folge davon ist der Verlust von Arbeitsplätzen: ein Drittel der Betriebe musste Mitarbeitende entlassen, mehr als jedes sechste Unternehmen hat bereits Lehrstellen gestrichen.

Auch die geringfügigen Anpassungen der Verordnung im November 2025 brachten kaum Entlastungen. Entsprechend ist der Optimismus in der Baubranche im Frühling 2026 auf einem absoluten Tiefpunkt: Nur gerade zwölf Prozent der befragten Unternehmen gehen derzeit noch von einer sich bald verbessernden Auftragslage aus.

Gebäudepark verlottert

Die von Direktor Reto Baumgartner und Politikleiterin Tamara Hunziker präsentierten Zahlen untermauern, was sich in einer SVIT-Studie bereits im vergangenen Jahr abgezeichnet hatte. Demnach brach der Basler Baumarkt gemessen an Baugesuchen nach Einführung der Wohnschutzverordnung um fast 76 Prozent regelrecht ein.

Philipp Grassi, Inhaber der Grassi & Partner AG, bestätigte diesen Befund und berichtete, dass insbesondere grössere Eigentümer ihre Unterhalts- und Sanierungsprojekte zurückhaltender angehen. Im Alltag führe die aktuelle Situation dazu, dass mehr Energie in Akquisition und Planung gesteckt werden müsse. Zudem brauche es bei der Ausführung enorm viel Flexibilität.

Auch Marco Manzoni von der E. Kalt AG warnte vor den langfristigen Folgen am Gebäudepark aufgrund der Basler Wohnschutzgesetzgebung. Schäden an der Bausubstanz seien zwar heute noch nicht direkt sichtbar, sie würden aber in 10 bis 15 Jahren zutage treten. Der aktuelle Sanierungsstau führe dazu, dass Basel seine eigene Bausubstanz mittel- bis langfristig nicht mehr instand halten könne.

Es sei paradox: die Basler Wohnschutzgesetzgebung soll Wohnraum schützen, bewirke aber eine Verknappung des zeitgemässen Wohnraums, da der Druck auf die wenigen verfügbaren modernen Wohnungen steigt.

Forderung nach rascher Umsetzung politischer Vorstösse

Die Aussagen des betroffenen Gewerbes sind für den Gewerbeverband besorgniserregend. Der Verband kritisiert die politische Trägheit: Statt die hängigen Vorstösse für eine praxisnahe Anpassung des Wohnschutzes voranzutreiben, wurde die Frist 2025 sogar um weitere zwei Jahre verlängert.

«Das geht alles zu langsam voran», sagte Tamara Hunziker. Der Verband fordert, dass die hängigen Vorstösse nun rasch umgesetzt werden – im Interesse des Gewerbes, aber auch der Mieterinnen und Mieter im Kanton.

Reto Baumgartner verwies in diesem Zusammenhang auf den politischen Entscheid des Basler Souveräns: «Die Stimmbevölkerung hat das ambitionierte Klimaziel Netto Null bis 2037 angenommen.» Nun gehe es darum, für das Gewerbe die entsprechenden Bedingungen zu schaffen und nicht die wirtschaftliche Entwicklung aufgrund eines übertriebenen Wohnschutzes zu behindern.

Wer heute Betriebe schwäche, verliere Fachkräfte und Lernende – Menschen, die «Basel 2037» dringend brauche, um die Klimaziele handwerklich umzusetzen. «Ohne ein gesundes und leistungsfähiges Gewerbe lassen sich die ehrgeizigen Basler Klimaziele nicht erreichen», so Baumgartner.

50 Mitglieder des Gewerbeverbands Basel-Stadt haben im Frühjahr 2026 an der Umfrage teilgenommen. Diese decken ein breites Spektrum ab, von Kleinbetrieben bis zu Unternehmen mit mehr als 200 Vollzeitstellen, vom Bauhauptgewerbe bis zum Baunebengewerbe.


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